Was mit dem Samsung Galaxy Note 10.1 2014 nicht stimmt.

Deutsch   |   Source

Da ich gerade in Seoul bin, habe ich mal die Gelegenheit genutzt und mir das aktuelle Galaxy Note 10.1 2014 edition live angeschaut. Das Tablet hatte mich schon vorher mit seinen beeindruckenden technischen Daten gereizt: 2 x 4 Kerne bigLittle, reichlich RAM und mehr als Full HD Display-Auflösung. Dazu drucksensitiver Stift mit Digitizer und Handschrifterkennung. Klingt alles super, überzeugen kann das Tablet aber nicht.

Im Laden dann kam die große Enttäuschung. Das Tablet regiert so träge wie ein Tablet das 2 Jahre auf dem Buckel hat. Der Stift gleitet nur mit viel Reibung übers Display und er ist ungenau. Zum digitalen Zeichnen ist das Tablet zu ungenau. Ein Grafiktablett kann es nicht ersetzen. Der Strich auf dem Display zieht mit fast einer halben Sekunde Verzögerung hinter dem Stift her. Die Oberfläche wirkt überfrachtet und wenig durchdacht. Ein fast schon mieses Gesamtbild, obwohl einige Punkte durchaus positiv auffallen: Das Display ist sehr scharf und die hohe Auflösung definitiv das, was man bei einem Gerät dieser Größe heutzutage erwarten sollte. Der Stift ermöglicht auch kleine Buttons zu treffen, was Surfen ohne ständiges Ranzoomen ermöglicht. Außerdem gibt es ein Mouse-over, was die Bedienung vieler Desktop-Webseiten möglich macht. Auch die Schrifterkennung funktioniert zumindest auf dem Niveau meines Newton 200, was mir gezeigt hat, dass ich diese Eingabemetbode auf Tablets durchaus mag. Gut ist auch, dass man den Handballen beim Schreiben ablegen kann, ohne dadurch ungewünschte Touch-Ereignisse auszulösen.

Durchgefallen ist das Tablet aber klar bei der Alltagstauglichkeit. Ich mag Samsungs Android Oberfläche nicht und mache sie für die träge Bedienung des Tablets verantwortlich. Was ich mir wünsche sind keine Apps sondern Programme, die zum produktiven Arbeiten entwickelt wurden. Ich möchte meine Mails mit Thunderbird verwalten und meine Dokumente mit TeX oder LibreOffice schreiben können. Ich möchte meine Entwicklungsumgebung nutzen können und eine bash für die ganzen Konsolentools beim Programmieren. Ich möchte dass Python läuft und Gimp.

Für ein Tablet möchte ich kein Android. Wenn Android Apps laufen ist das schön, aber wirklich brauchen würde ich die 'richtigen' Unix Programme. Für mich wäre ein Ubuntu auf einem Stift-Tablet ein gutes System. Ich bräuchte lediglich eine Hardware-Taste, um die Schrifterkennung zu aktivieren, weil ich meistens keine Tastatur angeschlossen hätte. Für so ein System würde ich Samsung oder sonstwem sogar mehr bezahlen als für das sowieso schon teure Galaxy Note. Aber so lange mir kein Tablet angeboten wird, das ich auch bereit bin zu kaufen, komme ich eben mit meinem Desktop PC aus.